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Was ist eine Antireflexbeschichtung bei einer Uhr?
Die Antireflexbeschichtung, abgekürzt AR-Beschichtung, ist eine mikroskopisch dünne Schicht, die auf die Oberfläche eines Uhrenglases aufgetragen wird. Ihre Funktion ist es, die Menge des vom Glas reflektierten Lichts zu reduzieren und die Menge des hindurchtretenden Lichts zu erhöhen. Das praktische Ergebnis ist ein Zifferblatt, das unter hellen Lichtverhältnissen klar ablesbar ist, anstatt die Umgebung reflektiert zurückzuwerfen.
Ohne AR-Beschichtung reflektiert ein Saphirglas etwa 8 % des einfallenden Lichts pro Oberfläche – das bedeutet, dass bei einem unbeschichteten Glas mit zwei Oberflächen bis zu 16 % des verfügbaren Lichts zurückgeworfen werden, anstatt das Zifferblatt zu erreichen. Mit einer hochwertigen AR-Beschichtung kann diese Reflexion auf unter 1 % pro Oberfläche reduziert werden. Der Unterschied zwischen einem beschichteten und einem unbeschichteten Glas ist im Freien oder unter direktem künstlichem Licht sofort sichtbar.
AR-Beschichtungen werden in allen Arten von optischen Instrumenten verwendet: Kameraobjektive, Brillen, Ferngläser, Teleskope und Mikroskope basieren alle auf demselben Grundprinzip. Im Zusammenhang mit Uhren erfüllt die Beschichtung einen doppelten Zweck: praktische Verbesserung der Ablesbarkeit und ästhetische Aufwertung, da ein AR-beschichtetes Glas nahezu unsichtbar erscheint und das Zifferblatt ohne visuelle Konkurrenz durch Reflexionen zur Geltung kommt.
Die Wissenschaft hinter der AR-Beschichtung
AR-Beschichtungen wirken durch destruktive Interferenz. Die Beschichtung wird in einer bestimmten Dicke aufgetragen, typischerweise ein Viertel der Wellenlänge des sichtbaren Lichts (etwa 100 bis 150 Nanometer). Wenn Licht auf die beschichtete Oberfläche trifft, wird ein Teil davon an der Oberseite der Beschichtung reflektiert und ein Teil am Glas darunter. Diese beiden reflektierten Strahlen legen leicht unterschiedliche Wege zurück und erreichen den Betrachter phasenverschoben zueinander. Lichtwellen, die phasenverschoben sind, heben sich gegenseitig auf, wodurch die Gesamtreflexion reduziert wird.
Dies ist keine Oberflächenbehandlung, die Licht absorbiert – es ist ein physikalischer Effekt, der reflektiertes Licht so umlenkt, dass es sich selbst aufhebt. Dieselbe Energie, die eine sichtbare Reflexion erzeugt hätte, gelangt stattdessen durch das Glas zum Zifferblatt.
Da die Interferenzunterdrückung am effektivsten für einen bestimmten Wellenlängenbereich wirkt, sind AR-Beschichtungen so konzipiert, dass sie den Bereich der höchsten Empfindlichkeit des menschlichen Sehens ansprechen, etwa 550 Nanometer, was grün-gelbem Licht entspricht. Dies erzeugt den charakteristischen schwachen blauen oder violetten Schimmer, der sichtbar wird, wenn man eine AR-beschichtete Oberfläche schräg betrachtet – ein verlässliches Qualitätsmerkmal, das zeigt, dass die Beschichtung richtig funktioniert.
Einseitige vs. doppelseitige AR-Beschichtung
Ein Uhrglas hat zwei Oberflächen: die äußere, der Umgebung ausgesetzte Oberfläche, und die innere, zum Zifferblatt gerichtete Oberfläche. Die AR-Beschichtung kann auf eine oder beide aufgetragen werden.
Die einseitige Beschichtung auf der Innenseite ist die gebräuchlichste Methode im mittleren Preissegment. Sie reduziert die optisch bedeutendste Reflexion – die zwischen Glas und Zifferblatt – während die Außenseite unbeschichtet bleibt, was eine bessere Resistenz gegen Fingerabdrücke und Verschmierungen bietet.
Die doppelseitige Beschichtung, die auf beiden Oberflächen aufgetragen wird, sorgt für maximale Reflexionsminderung. Sie wird von Premiumherstellern verwendet und bietet eine deutlich bessere Zifferblattklarheit. Allerdings ist die äußere AR-Beschichtung anfälliger für Fingerabdrücke und sollte mit einem weichen Tuch sanft gereinigt werden, nicht mit abrasiven Mitteln.
Söner bringt die AR-Beschichtung auf alle Saphirgläser im Sortiment auf. Die Spezifikation der Beschichtung ermöglicht eine klare Ablesbarkeit des Zifferblatts unter allen Lichtverhältnissen, denen die Uhr im täglichen Gebrauch begegnen kann, von hellem Sonnenlicht im Freien bis zu künstlichem Licht in Innenräumen.
Warum es bei rechteckigen Uhren wichtig ist: Ein rechteckiges Glas hat eine größere flache Oberfläche im Verhältnis zu seiner Breite als ein rundes Glas mit gleichem Gehäusedurchmesser. Das bedeutet mehr Fläche, um Licht einzufangen und zu reflektieren. Eine gut aufgetragene AR-Beschichtung auf einem rechteckigen Saphirglas trägt mehr zur Ablesbarkeit des Zifferblatts bei als dieselbe Beschichtung auf einem kleineren runden Glas – es ist kein kosmetisches Detail, sondern eine funktionale Notwendigkeit für diese Gehäusegeometrie.
So wird die AR-Beschichtung aufgebracht
Der Auftrag erfolgt in einer Vakuumkammer mittels physikalischer Gasphasenabscheidung (PVD) – dasselbe Verfahren, das für PVD-Goldbeschichtungen von Uhrengehäusen verwendet wird. Das Glas wird gereinigt, um alle Verunreinigungen zu entfernen, in die Vakuumkammer gelegt und auf eine kontrollierte Temperatur erhitzt. Das Beschichtungsmaterial, typischerweise Magnesiumfluorid oder Siliziumdioxid, wird verdampft und in genau kontrollierter Dicke auf die Glasoberfläche aufgebracht.
Die Dickenkontrolle ist entscheidend. Eine zu dicke oder zu dünne Schicht erreicht nicht die korrekte destruktive Interferenz. Oft werden mehrere Schichten unterschiedlicher Materialien nacheinander aufgetragen, die jeweils auf leicht unterschiedliche Wellenlängenbereiche abzielen, um die effektive Reflexionsminderung über das gesamte sichtbare Spektrum zu erweitern statt nur auf eine einzelne Wellenlänge.
Nach der Aufbringung wird das Glas auf Gleichmäßigkeit geprüft und dann mit einem Schutzüberzug versiegelt. Auf der Außenseite ist dies oft eine hydrophobe oder oleophobe Schicht, die Wasser und Öle abweist, das Glas leichter zu reinigen macht und im Alltag widerstandsfähiger gegen Fingerabdrücke ist.
AR-Beschichtung vs. keine AR-Beschichtung: Worauf Sie achten sollten
| Faktor | Mit AR-Beschichtung | Ohne AR-Beschichtung |
|---|---|---|
| Ablesbarkeit des Zifferblatts im Sonnenlicht | Klar: Blendung stark reduziert | Schwierig: Reflexion konkurriert mit dem Zifferblatt |
| Ablesbarkeit des Zifferblatts im Innenbereich | Ausgezeichnet: Glas wirkt fast unsichtbar | Gut bei kontrastarmer Beleuchtung |
| Sichtbare Reflexionsfarbe | Leicht bläulich-violetter Schimmer aus einem Winkel | Weiße oder farblose Reflexion |
| Fotografie | Zifferblatt wird klar und ohne Blendung abgebildet | Reflexionen verdecken oft das Zifferblatt auf Fotos |
| Sichtbarkeit von Fingerabdrücken | Außenbeschichtung stärker sichtbar | Weniger sichtbar, aber Glas verschmiert stärker |
| Preiskategorie | Mittelklasse und höher: Standard bei Qualitätsuhren | Einstiegs- und Modeuhren |
Pflege eines AR-beschichteten Glases
So machen Sie es richtig
- Mit einem weichen Mikrofasertuch reinigen
- Leicht auf das Glas atmen, bevor Sie es abwischen, um Schmierflecken zu lösen
- Bei Bedarf Linsenreinigungslösung verwenden: sicher für AR-Beschichtungen
- Sanft in eine Richtung abwischen
- Uhr beim Nichttragen mit dem Zifferblatt nach oben in einer Box oder einem Beutel aufbewahren
Vermeiden Sie dies
- Papiertücher oder Taschentücher: Fasern zerkratzen die Beschichtung
- Scheuernde Tücher oder Poliermittel auf dem Glas
- Aceton, Alkohol oder starke Reinigungsmittel
- Beim Abwischen nicht fest drücken: leichter Druck reicht aus
- Auf harten Oberflächen mit dem Zifferblatt nach unten lagern
Die Entspiegelungsbeschichtung ist empfindlicher als das darunterliegende Saphirglas. Saphir ist nach Diamant das zweithärteste natürliche Material und wird bei normaler Nutzung nicht zerkratzen. Die Entspiegelung ist jedoch eine dünne aufgetragene Schicht, die durch abrasive Reinigung oder chemische Einflüsse mit der Zeit beschädigt werden kann. Schonende Pflege erhält sie unbegrenzt. Für Hinweise zur allgemeinen Uhrenpflege siehe unseren Leitfaden für den täglichen Gebrauch und die Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Sie reduziert Reflexionen auf der Glasoberfläche, verbessert die Ablesbarkeit des Zifferblatts bei hellem Licht und verleiht dem Glas ein nahezu unsichtbares Aussehen. Ohne Entspiegelung reflektiert ein Saphirglas bis zu 16 % des einfallenden Lichts, anstatt es zum Zifferblatt durchzulassen. Eine hochwertige Entspiegelung reduziert dies auf unter 2 %.
Betrachten Sie das Glas schräg gegen eine Lichtquelle. Ein entspiegeltes Glas zeigt im Spiegelbild einen schwachen blauen oder violetten Schimmer statt einer klaren weißen Reflexion. Diese Farbverschiebung ist ein verlässlicher Hinweis darauf, dass die destruktive Interferenzbeschichtung vorhanden und funktionsfähig ist.
Das hängt von der Spezifikation ab. Einseitige Beschichtung auf der Innenseite ist bei mittleren Preisklassen am häufigsten. Eine beidseitige Beschichtung bietet bessere Leistung, macht die Außenseite jedoch anfälliger für Fingerabdrücke. Premium-Uhren verwenden oft beidseitige Entspiegelung mit einer zusätzlichen oleophoben Außenschicht, um dies zu kontrollieren.
Nicht isoliert betrachtet. Das Glas müsste ersetzt oder zu einem Spezialisten zur Neubeschichtung geschickt werden, was bei den meisten Uhren selten praktisch oder kosteneffektiv ist. Bei schonender Pflege hält die Beschichtung unter normalen Tragebedingungen die praktische Lebensdauer der Uhr.
Ja. Alle Söner-Uhren verwenden standardmäßig Saphirglas mit entspiegeltender Beschichtung in jeder Kollektion. Saphirglas ist unabhängig von der Preisklasse durchgehend Standard, was eine bedeutende Spezifikation ist, da viele Uhren in vergleichbaren Preisklassen Mineralglas verwenden.
Jede Söner-Uhr verwendet standardmäßig Saphirglas mit entspiegeltender Beschichtung. Gehäuse aus gehärtetem chirurgischem Stahl, Schweizer und japanische Uhrwerke, mindestens 5 ATM Wasserdichtigkeit, 10 Jahre internationale Garantie. Die weltweit einzige Marke, die sich ausschließlich rechteckigen Uhren widmet. Ab 385 $.
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